Woran erkennt man guten Religionsunterricht?

Heute ist guter RU „kompetenzorientierter“ RU. Ich gestehe, ich versuche immer noch zu verstehen, was das heißt. Als ich im Rahmen meiner theologischen Ausbildung  (in den frühen 80ern) eine sehr knappe pädagogische Grundbildung erhielt, mussten wir noch „Lernziele“ für jede Unterrichtsstunde formulieren. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das heute verpönt.

Aber ist der RU heute besser? Anders? Ich bin gespannt, ob ich im Laufe von #openreli da zu neuen Einsichten komme.

Hier ein paar sehr persönliche, eher erfahrungsbezogene Kriterien und Überlegungen zur Frage: was ist guter RU?

Guter RU ist…

  • ·         wenn sich möglichst viele SuS (Schülerinnen und Schüler) beteiligen
  • ·         wenn die Realität im Klassenzimmer ernst genommen wird: religiöse Vielfalt, Atheismus…
  • ·         wenn  die SuS miteinander ins Gespräch kommen
  • ·         wenn die SuS von sich und ihren Erfahrungen sprechen
  • ·         wenn die SuS mehr wissen wollen und Fragen zum Thema stellen
  • ·         wenn eine vertrauensvolle, angenehme Atmosphäre im Klassenraum herrscht
  • ·         wenn die Lebenswirklichkeit der SuS vorkommt
  • ·         wenn die SuS ein Aha -Erlebnis hatten
  • ·         wenn die SuS etwas wissen/können, was sie vorher nicht wussten/konnten
  • ·         wenn keiner einschläft, keiner pausenlos stört, kurz: keine Langeweile herrscht
  • ·         wenn Fragen und Zweifel ihren Platz haben
  • ·         wenn die religiöse Dimension  sichtbar wird (nicht nur Ethik-Unterricht)
  • ·         wenn die SuS am Ende sagen: „was, schon vorbei die Stunde?“

Mindestens 3 dieser Kriterien sollten zutreffen, ich  glaube, dann könnte es „guter“ Unterricht sein…

Die Frage ist nun: Wie erreicht man das? Welche Methoden sind geeignet, zu welchen Themen haben die SuS einen Bezug, wie muss ich als Lehrkraft agieren u.v.m.

#OPENRELI ist bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung!

bad day good day

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9 Kommentare zu “Woran erkennt man guten Religionsunterricht?

  1. Mir gefällt dein Beitrag. Ich stimme allen zu. Besonders gefallen mir die Merkmale, die klar zu greifen sind. Insofern läuft alles auf Deine letzte Frage zu: Wie muss man das angehen? Klar, die richtigen Methoden. Aber es braucht auch gute Medien und Aufgaben, die inspirieren. Und Spaß muss man haben (können). Und den Überblick behalten. Und davor steht vermutlich noch die erste Frage: Was wollen eigentlich die Schülerinnen und Schüler lernen?

    • Die letzte Frage ist die schwierigste, oder? Wollen SchülerInnen im Reli-Unterricht etwas lernen? Ich erlebe sehr viel negative Voreingenommenheit und einfaches Desinteresse. Diese Hürde zu nehmen, ist die schwierigste, ihnen zu vermitteln, dass sie in der Tat ETWAS lernen können im RU, dass sie davon profitieren in irgendeiner Weise. Wenn das Interesse erst mal geweckt ist, dann geht’s oft gut zur Sache. Das geht aber in der Tat eher, wenn man die SchülerInnen an der Themenwahl und Aufgabenstellung beteiligt. Gute Ideen und immer mehr lizenzfreies Material gibt es ja (s. DEIN Blog!). Spaß, Humor – das sind übrigens ziemliche erfolgreiche Rezepte gegen Langeweile im Unterricht und für eine vertrauensvolle Atmosphäre. Danke für dein Feedback!

      • Ich bin erst heute dazu gekommen, deinen Artikel zu lesen.Ich kann Dir nur zustimmen – nur sehe ich ein entscheidendes Hindernis: der LEHRPLAN -ich an meiner Schule muss in jedem Jahr unterschreiben,dass ich den Lehrplan eingehalten habe u.da steht so vieles drin,womit ich meine Schüler nicht hinterm Ofen hervor locken kann.

      • Das ist natürlich übel, da habe ich zum Glück viel Freiheit und kann mit den Schülern überlegen, was sie wenigstens etwas interessiert, wobei das manchmal auch schon schwer genug ist… LG

  2. Pingback: #Openreli 3.Woche: Hausaufgaben | Gott geht zur Schule

  3. Ich habe deine Liste erst jetzt gelesen, sie gefällt mir sehr gut – in dem Sinne, dass ich jeden deiner Sätze voll und ganz auch für meinen Unterricht so unterschreiben würde.
    – möglichst viele beteiligen: ich liebe alle Arten von kooperativen Lernformen, die gehen ja meist nur, wenn alle ihren Teil erledigen
    – miteinander sprechen / von sich sprechen: gerade auch heute wieder so eine Stunde erlebt; wichtig also hinhören, auf die Realität in der Klasse; manchmal geschieht die Kommunikation von alleine, manchmal braucht es unsere Anstösse bis hin auch zu gezielten Kommunikationsspielen; ganz gerne mache ich auch so Gesprächsrunden (mit Bildern, Impulsgegenständen, gezogenen Fragen auf die man spontan antwortet etc.) – so kommen auch die ruhigeren zu Wort;
    – wenn die SuS am Ende sagen: „was, schon vorbei die Stunde?“: so geht´s mir jetzt grad irgendwie am Ende von openreli; wäre also eine mögliche Antwort der LuL auf die Frage „Was ist gutes openreli?“

    • Danke, Elisabeth, für deinen Kommentar. Ich denke wirklich, dass ich viel gelernt habe bei openreli und bin bestimmt beim nächsten Mal wieder mit dabei. See you there? Lg Uta

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